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Die Baron Gautsch

Stapellauf war im Jahr 1908

Ein wirklich imposantes Schiff

Die Baron Gautsch und ihr Schwesterschiff, die Prinz
Hohenlohe

Fast wie die Titanic

Speisesaal der I. Klasse

Speisesaal der II. Klasse?

Treppe zu den Decks

Ein Salon

Das Promenadendeck ist heute zur Hälfte (rot)
mit Muscheln gefüllt
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Die Geschichte der Baron Gautsch
In Auftrag gegeben wurde die Baron
Gautsch (84,5 m lang und 11,8 m breit), ebenso wie ihre Schwesterschiffe
Prinz Hohenlohe und später
Baron Bruck vom Österreichischen
Lloyd (gröte und mächtigste Reederei unter der K.K.-Monarchie).
Gebaut wurde die Baron Gautsch im
schottischen Dundee bei der Werft Gourlay
Bros. & Co., Ltd.. Eingesetzt wurden die Schiffe auf der dalmatinischen
Eillinie (Baron Gautsch ab 16.06.1908). Nach dem 1. Weltkrieg wurde die
Baron Bruck, nun in italienischem
Besitz, unter dem Namen Friuli eingesetzt.
Die Baron Gautsch hatte, anders
als ihre Schwesterschiffe, 3 ölbeheizte Kessel, die über je
eine Dampfmaschine die drei Schrauben antrieben. Jedoch brachte der dritte
Kessel keine wirklich große Leistungssteigerung.
Ihren Namen erhielt das Schiff vom kärntner Baron
Paul Gautsch von Frankenthurn. Dieser war Ende des 19. Jahrhunderts
zuerst Unterrichtsminister, dann Ministerpräsident und Innenminister
der K.K.- Monarchie.
Umfangreiche Umbauten im Heimathafen der Baron
Gautsch, in Triest, wurden
von der Werftmannschaft der Gourlay Bros.
& Co., Ltd., aufgrund der zu geringen Leistung der Maschinen,
durchgeführt. Die immensen Umbaukosten trugen letztendlich dazu bei,
dass Gourlay Bros. & Co., Ltd.
Am 23.10.1910 liquidiert werden musste.
Die Baron Gautsch wurde am 27. Juli
1914 von der K.K.-Kriegsmarine zum Transport von Verstärkungstruppen
nach Cattaro (Kotor) angemietet.
Es wurden auf 4 Fahrten 1810 Seemeilen zurückgelegt und 2855 Personen
befördert. Viele davon waren Zivilisten, die auf den Rückreisen
in die obere Adria evakuiert wurden.
Nach Abschluss der Verstärkungsfahrten, erhielt der Lloyd
das Schiff am 11. August 1914 in Cattaro
zurück. In Trieste fand vor der Abreise nach Cattaro
eine Besprechung, über den Kurs der Baron
Gautsch im K&K Seebezirkskommando statt. Dies war von entscheidender
Bedeutung, da die K.K.-Kriegsmarine Minenfelder auslegte und aus Geheimhaltungsgründen
schriftliche Aufzeichnungen nicht gemacht werden durften. Der zweite Offizier
Tenze wurde von Kapitän Paul
Winter zu dieser Besprechung geschickt. Nachdem Tenze
dem Kapitän berichtet hatte legte der erste Offizier Luppis
den Kurs fest. Neben Flüchtlingen aus Bosnien und der Herzegowina,
Frauen und Kindern der dort stationierten Offiziere, nahm die Baron
Gautsch noch Sommerfrischler von den dalmatinischen Inseln an Bord,
als sie auf der Rückfahrt nach Triest
war.
Gegen 11:00 Uhr des 13. August 1914 lief die Baron
Gautsch aus dem Hafen Lussin Grande
(Veli Losinj) aus. Sie wurde gegen 18:00 Uhr in Triest
erwartet. Auf der Höhe Polas
(Pula) übergab Luppis, ohne
Zustimmung und Erlaubnis des Kapitäns, die Wache 15 Minuten früher
(13:45 Uhr) an den zweiten Offizier Tenze
und ging mit den Passagieren der I. Klasse zu Mittag essen. Trotz einer
Begegnung mit dem Schwesterschiff Prinz
Hohenlohe (dieses war 3 Seemeilen weiter von der Küste entfernt)
und mehreren Hinweisen von Passagieren, korrigierte der kommandierende
Offizier den Kurs, der näher an der Küste entlang führte
als von den Militärbehörden gefordert, nicht.
Das ging nicht lange gut. Gegen 14:50 Uhr lief die Baron
Gautsch, 7 Seemeilen nördlich der Brionischen
Inseln (Sv. Ivana na Pucini), in ein gerade erst gelegtes Minenfeld.
Vergeblich gab der Minenleger Basilisk
noch Warnsignale. Das Schiff sank auf 44°56'1" nördlicher
Breite und 13°33'3" östlicher Länge innerhalb von 6
Minuten, nachdem zwei Explosionen die Backbordwand zerrissen hatten.
Bei dieser Katastrophe ertranken, von den 240 Passagieren und 66 Besatzungsmitgliedern,
177 Menschen (darunter Frauen und Kinder) bzw. verbrannten im ausgelaufenen
Schweröl. 68 Leichen wurden geborgen, darunter auch der zweite Offizier
Tenze, der mit einer Kugel im Kopf
zwei Tage später bei Pula angeschwemmt
wurde. Nur 159 Menschen konnten durch die zu Hilfe geeilten Zerstörer
Csepel, Triglav
und Balaton gerettet werden. Darunter
waren auch der Kapitän und der erste Offizier, die in Pula
unter Arrest gestellt wurden.
Der Ausgang des Verfahrens ist auf Grund der herrschenden Kriegszensur
nicht näher bekannt. In den triester Zeitungen erschienen allerdings
ausführliche Berichte und Listen der Überlebenden.
Offizielles Mitgefühl erreichte zunächst nur den Präsidenten
der Lloyd, de
Derschatta – von den Opfern war keine Rede. Später wurden
vom Handelsministerium 200.000 Kronen bereitgestellt, nachdem Lloyd
alle Schadensersatzforderungen abgelehnt hatte.
In Wien klagten die Hinterbliebenen auf Schadenersatz. Doch mit wenig
Erfolg. Durch die Kriegswirren wurden die Akten beim Justizpalastbrand
während der Juliunruhen 1925 vernichtet. Die Akten des jüdischen
Hinterbliebenenanwalts Dr. Schapiro
gingen während der Progrome 1939 verloren. Nur die Übersetzung
der Anklageschrift der K.K.-Staatsanwaltschaft von Rovingo
(Rovinj) blieben erhalten.
So kam es auch, dass Kapitän Winter
und sein erster Offizier in den zwanziger Jahren wieder Schiffe auf Überseelinien
führten.
Nach Ende des ersten Weltkriegs nutzte die jugoslawische Marine in den
zwanziger Jahren die Baron Gautsch
als Angriffsziel für Minentaucher.
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Das Wrack in Kürze:
Tiefe:
bis 28-40m
Ausfahrt:
ca. 60 Min. (Rovinj)
Sicht:
meist recht gut
Strömung:
keine - leicht
Flora:
Korallen, Muscheln
Faune:
Fischschwäre, Nacktschnecken
Besonderheiten:
man kann recht weit in das Wrack eindringen
Worte einer Überlebenden:
“Der Steward öffnete gerade die Kabinen-tür, um uns den
Kaffee zu servieren, als eine gewaltige Explosion das Schiff erschütterte.Wir
alle wurden in die Luft geschleudert, und das Tablett mit dem Kaffeeservice
fiel in hohem Bogen zu Boden."
Carmen Rubini-Suttora, eine von
zwei noch lebenden Frauen, die den Untergang überlebt haben, schildert
noch einmal die schreck-lichen Ereignisse, die ihrer Mutter und ihren
beiden Brüdern das Leben kosteten. Die heute 92jährige erinnert
sich auch an das Chaos, das auf dem todgeweihten Schiff ausbrach:
“Wir liefen aus der Kabine an Deck, und ich erkannte den Kapitän,
der in Unter-hosen versuchte, Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Meine
Mutter hatte meinen jüngsten Bruder auf dem Arm. Zum letzen mal sah
ich sie an der großen Wendeltreppe am Promenaden-deck."

Baron Paul Gautsch von Frankenthurn
Besuche auch das Wrack der
- Guiseppe Dezza TA35
- Istra
- Peltastis (Grk)
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